Es ist kurz nach sechs morgens und ich habe in der letzten Nacht in meinem Bettchen zum ersten Mal wirklich gut geschlafen. Nachdem ich nach unserer Ankunft am Sonntag nur eine kurze Nachricht schicken konnte und dann auch nur an die E-Mailadressen, die ich im Kopf hatte und die kein – enthalten (weil das hab ich in der Schnelle auf der Tastatur nicht gefunden) ist jetzt heute endlich ein bisschen mehr Zeit und es besteht die Aussicht auf einen Internetzugang heute Mittag.
Ja, wo fang ich an: Flug war ok, vorläufiges Visum für drei Monate war auch kein Problem, auch wenn der Beamte uns nicht so richtig abnehmen wollte, dass wir drei Monate als Touristen durch Salvador reisen wollen. Christian hat uns am Flughafen abgeholt, der kurze Weg zum Auto schon ne Herausforderung bei gefühlten dreißig Grad und hundert Prozent Luftfeuchtigkeit =) dann erst mal mit dem Auto in die Hauptstadt in ein kleines Hotel, Christian hat uns sicher dahin gefahren, was echt nicht so einfach aussieht, weil alle fahren einfach irgendwie. Waren dann Pizza essen und in ner Karaokebar und sind dann nach 30 stunden todmüde ins bett gefallen.
Am nächsten Mittag dann auf nach Nueva Esperanza in unser neues Zuhause für ein Jahr.

Christian sagte an irgendeiner Kreuzung: so jetzt verlassen wir die Zivilisation und die asphaltierte Straße. So war es auch. Hier ist alles unglaublich grün mit immer wieder großen Pfützen und Schlammlöchern auf den Straßen, die man aber durchfahren, überspringen, umlaufen oder durchlaufen kann. Hier ist gerade Regenzeit, wobei es zurzeit noch nur nachts regnet, dann aber richtig, und tagsüber die Sonne scheint. Das alles bei konstanten gefühlten 100% Luftfeuchtigkeit.
Die Ankunft hier im Dorf war sehr herzlich auch wenn wir kein Wort verstehen, aber ich fühle mich bei den Menschen, die wir bisher getroffen haben auf jeden fall willkommen. Zunächst sind wir zum Gästehaus gefahren, dass für die nächsten drei Monate unser Zuhause sein wird, jeder von uns hat ein Zimmer, in dem drei Betten stehen. Vor dem Haus eine kleine überdachte Terrasse mit vier hängematten. Uiuiui, ich sag euch, ich bin jetzt schon hängemattensüchtig.
Das Gaestehaus
Die Dusche, in der seit kurzem das Wasser von oben kommt, ohne dass man es zuvor einfüllen muss direkt nebenan und ca. 50 Meter hinter dem Haus eine Latrine, die man eigentlich gut besuchen kann, wenn’s nicht gerade dämmert, denn die Dämmerung scheint die Zeit zu sein in der die Kakerlaken Parties auf Latrinen feiern, was aber eigentlich nicht weiter schlimm ist, die tun nix, oder man geht halt später.
Unser Latrinchen
Ja Ankunft, ausruhen, man bin ich kaputt, Jetlag und die Hitze machen mir doch ganz schön zu schaffen, weil das mit dem pennen dann doch eher so ne Sache ist. Waren dann am Abend bei einer Familie hier essen, auch da alle sehr aufgeschlossen und warmherzig, wohlgemerkt wir verstehen hier so gut wie nix und sagenkönnen wir auch so gut wie nix, aber mit Christians Hilfe und Händen und Füßen geht es so einigermaßen.
Dann nach dem Essen Treffen mit Freunden von Christian vor unserem Gästehaus zwischen den Hängematten. Also eins ist klar: feiern können die Leute hier sehr gut. Haben den ganzen Abend zusammen gesessen und gesungen, war echt schön, wenn ich nur nicht so müde gewesen wäre. Dann ins Bett, erste Nacht im Gästehaus, nun ja, war nicht so super. An die neue Geräuschkulisse muss man sich auf jeden fall erst mal gewöhnen. Gestern dann der Tag an dem Christian uns die Gemeinde gezeigt hat, uns vielen vielen Menschen vorgestellt hat, ob ich mir die ganzen Namen jemals merken kann, na ja, wir werden sehen. Sonst ging es dann gestern doch eher ruhig zu, was ich auch auf jeden fall gebraucht habe. Soeben ist dann die zweite Nacht vorbei, ich hab wirklich gut geschlafen, ausgestattet mit einem Paar Ohropax und einer sich summierenden Müdigkeit =)
also ihr seht, mir geht’s gut, weiß noch nicht wie der Plan für heute aussieht, wir wollen auf jeden fall die Organisation besuchen in der wir arbeiten werden und heute Abend ist ne Abschiedsparty für einen Studenten hier aus dem Dorf, der zurück nach Kuba zum studieren fliegt.
So ihr Lieben, gleich geht’s los zum frühstück,
ich drück euch ganz fest und schick euch liebe Grüße


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